Heute Morgen war es endlich so weit: Ich konnte die ersten Radieschen aus meinem Mini-Hochbeet ernten. Was gäbe es Passenderes für ein Pfingstsonntagsfrühstück als ein frisches Vollkornbrot mit Frischkäse, knackigen Radieschen und Schnittlauch?
In meinem elterlichen "Selbstversorgerhaushalt" wurde früher alles verwertet oder an die Tiere verfüttert; weggeworfen wurde so gut wie nichts. Daher weiß ich auch das Radieschenkraut der morgendlichen Ernte zu nutzen. Das Ergebnis: Eine feine Radieschensuppe zum Mittagessen. Für mich ist das eine besondere saisonale Köstlichkeit, da ich ausschließlich das Grün aus dem eigenen Hochbeet verwende, weil ich dann ganz sicher weiß, dass die Pflanzen nicht irgendwie behandelt worden sind.
Erfahrungsgemäß ist genau jetzt die beste Zeit für Radieschen. Später im Sommer werden sie oft schwierig. Das liegt in ihrer Natur: Radieschen sind Langtagpflanzen. Wenn die Tage länger werden und die Hitze zunimmt, geraten sie unter Stress – genau wie ich übrigens auch – und wollen nur noch schnell blühen. Statt zarter Knollen bekommt man dann oft holzige, pelzige oder extrem scharfe Ergebnisse.
Ein Schlaukopf erzählte mir neulich, dass ein Quadratmeter Radieschen während der gesamten Wachstumsperiode etwa 60 Liter Wasser benötigt - das hole ich aus dem nahen Bach. 💪 Ob die Zahl exakt stimmt, weiß ich nicht, aber eines ist sicher: Bei Trockenheit müssen sie kräftig gegossen werden. Um meine Radieschenzeit in die Länge zu ziehen, werde ich wohl bald mal die Sorte „Sora“ ausprobieren, die als besonders hitzebeständig gilt.
Rezepte für Radieschengrün-Suppe gibt es im Netz zuhauf, aber die Kombination mit Karotten sieht man selten. Dabei ergänzen sie sich perfekt: Während Kartoffeln für die sämige Bindung sorgen, balanciert die Süße der Karotten die leichte Bitterkeit des Grüns wunderbar aus.
So bereite ich sie zu:
1. Zwiebeln in etwas Öl anschwitzen.
2. Kartoffeln und Karotten dazugeben und in Gemüsebrühe kochen.
3. Erst ganz zum Schluss das gewaschene Radieschenkraut hinzufügen.
4. noch etwas kochen lassen, fein pürieren und mit Salz sowie Muskat abschmecken.
Gerade der Muskat kitzelt das erdige Aroma des Krauts so richtig wach. Liebe ich auch bei Spinat. Verfeinert mit einem Klecks Kräuterfrischkäse und garniert mit frischem Schnittlauch und Radieschenstückchen ist es die perfekte Mahlzeit.
☀️ Mein Tipp für heiße Tage: Trotz der 30 Grad heute ist die Suppe ideal, denn sie schmeckt auch lauwarm oder kalt hervorragend – fast wie eine grüne Gazpacho!



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