Herzlich Willkommen

Dienstag, 22. September 2026

Letzter Walzer äh Wälzer der Saison

Seht ihr es - das Grün des Sommers ist noch nicht ganz vergangen, auch wenn der Herbst schon auf der Leiter steht! Die Sonne scheint und ein leichter Wind weht mir schon das erste Laub um meine Buddelnase.

Aber der Sommer ist offiziell noch nicht beendet, denn es fehlt noch:

 

Der letzte Wälzer der Saison! - Ich mache immer den letzten Wälzer der Saison.
 
So schnüffle ich mich meinen Lieblingspfad entlang. Wir haben Zeit, immerhin haben wir unseren Arbeitstag schon hinter uns. 
 
Was ist das? 
Raschelnde braune Blätter und Kastanien? 
Dogmum stopft sich ein paar in die Tasche. Kann man die essen? 
Und die grüne Dinger? Also Igel kenne ich, die rennen weg, wenn ich komme, aber die hier bleiben mutig liegen und pieken mich einfach in die Nase.  

Was sagt man dazu? 
Eine gute Stunde später liege ich auf meiner Decke und muss mich erstmal erholen. Ich sags Euch, meine Nase kribbelt immernoch! 
Hab einen schönen Herbst und lasst euch nicht von den fiesen Stacheltieren erwischen! 
 
Euer Floki 
 
 



 

Mittwoch, 16. September 2026

Einmal Cornwall und zurück

Wenn man das Meer liebt, so wie ich, kann man stundenlang am Strand sitzen und einfach nur auf die Wellen schauen. Das Rauschen der Brandung, das Kreischen der Möwen, der Wind im Gesicht und vielleicht noch einen Kaffee in der Hand.

 Und manchmal liegen zwischen beidem gerade einmal ein paar Minuten.

Eben noch blauer Himmel und Sonnenschein, kurz darauf ziehen die Wolken wieder übers Meer. Cornwall scheint sich gelegentlich einfach nicht entscheiden zu können. Das Meer funktioniert bei Sonne genauso gut wie unter grauen Wolken. 

 
 

Wobei ich zugeben muss: Wenn die Sonne dann doch einmal durch die Wolken blitzt und diese wohlige Wärme auf der Haut hinterlässt, ist Cornwall gleich noch ein bisschen schöner. Und mit etwas Mut kann man es sogar wagen, eine Runde schwimmen zu gehen. Das Wasser ist schon kalt, aber nach einigen kräftigen Schwimmbewegungen erfrischend. Sehr erfrischend.

Meine Woche in Cornwall war keine Reise voller Sehenswürdigkeiten, Ausflüge und abgehakter Must-sees. Eigentlich war sie ziemlich unspektakulär. Und vielleicht gerade deshalb so schön.

Viel Zeit am Strand. Sand unter den Füßen, Wind in den Haaren und dieses gleichmäßige Rauschen der Wellen im Hintergrund. Mal ein bisschen Sonne, mal Wolken und zwischendurch natürlich die Frage, ob es wohl gleich regnen wird. Schließlich sind wir in England.

Meine Sprachkenntnisse bestehen hauptsächlich aus Zuhören und einigermaßen Verstehen. Beim Sprechen dagegen gehören freundliches Nicken und ein paar strategisch platzierte englische Wortbrocken zu meinen größten Talenten. Erstaunlicherweise kommt man damit ziemlich weit. 

Vielleicht liegt das auch an den Menschen hier. Ich habe sie als unglaublich offen, freundlich und hilfsbereit erlebt. Selbst wenn mir die passenden Worte fehlten, hatte ich nie das Gefühl, dass das ein Problem wäre. Ein Lächeln, ein paar Worte, ein bisschen Gestikulieren – irgendwie versteht man sich dann doch.

Und dann ist da natürlich die Landschaft.


Auf dem Weg von einer Bucht zur nächsten eröffnen sich immer wieder Ausblicke, bei denen man automatisch stehen bleibt. Schroffe Küsten, grüne Hänge und darunter das Meer, das je nach Wetter irgendwo zwischen tiefem Blau, Grau und Türkis wechselt. Wege führen bergauf und wieder hinunter, hinter der nächsten Kurve wartet die nächste kleine Bucht und man möchte eigentlich ständig die Kamera herausholen.

Wobei Cornwall auch für die Verpflegung unterwegs sorgt. Am Wegesrand wachsen im Spätsommer überall Brombeeren. Dunkel, süß und direkt vom Strauch vermutlich sowieso viel besser als alles, was man im Supermarkt kaufen könnte. Wandern mit eingebauter Snackstation – gefällt mir.

Überhaupt waren es in dieser Woche weniger die großen Erlebnisse, die mir im Gedächtnis geblieben sind. Es waren diese kleinen Cornwall-Momente: barfuß durch den Sand laufen. Noch einmal zum Meer schauen, obwohl man eigentlich längst weitergehen wollte. Die Sonne genießen, solange sie gerade da ist. Eine Brombeere vom Strauch pflücken. Den Wind hören. Und feststellen, dass man erstaunlich wenig braucht, um einen Tag schön zu finden.

Vielleicht muss eine Reise auch gar nicht immer daraus bestehen, möglichst viel zu sehen.

Manchmal reicht es, eine Woche lang ein bisschen langsamer zu werden.

Und sehr viel aufs Meer zu schauen.

und eine schöne Zeit zu haben.  

Herzlichst Granny Marion


 



 

Samstag, 15. August 2026

Nur noch 1 übrig. Ich wollte doch nur Wolle kaufen

Es fing alles ganz harmlos an. Ich wollte Wolle kaufen.

Dreihundert Gramm. Weinrot – handgefärbt – ein bisschen changierend. Merino. Nicht pink. Nicht lila. Nicht Feuerwehrrot. Weinrot.

Man sollte meinen, das sei zu schaffen.

Aber vielleicht sollte ich von vorne anfangen.

Ich habe ein Buch geschrieben. In diesem Buch gibt es ein magisches Tuch. Meine Protagonistin findet es halb fertig im Wald. Drei feine Linien laufen durch das Gestrick – gerade eben sichtbar, aber deutlich zu fühlen. Ihre Aufgabe ist es, das Tuch zu vollenden. Die drei Linien müssen zusammenfinden, und die Lösung ist ein keltischer Knoten. Als sie das Tuch fertig gestrickt hat, legt sie es sich um die Schultern. Und landet in Solandra.

So weit, so gut.

Nur findet mein Buch seine Leser gerade nicht so recht. Das macht mich traurig, denn ich mag dieses Buch. Sehr sogar. Also habe ich irgendwann beschlossen, etwas zu ändern.

Nicht am Buch.

An mir.

Solandra sollte wieder das werden, was es ursprünglich einmal war: mein Lieblingsort.

Und dann hatte ich eine Idee. Ich stricke das Tuch. Nicht irgendein Tuch, das ungefähr so aussieht wie das im Buch. Nein. Wenn schon, denn schon. Ich wollte das echte Solandra-Tuch. Mit den drei feinen Linien. Mit dem Knoten. Mit allem.

Es gab nur ein winziges Problem:

Das Muster existierte nicht.

Also fing ich an, es zu erfinden.

Ich strickte Maschenproben. Ich probierte Linien aus. Ich verwarf sie wieder. Ich versetzte Hebemaschen und stellte fest, dass das überhaupt nicht so aussah, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich überlegte, ob man ein Gestrick so formen kann, dass eine Linie ihre Richtung ändert, ohne dass man die Linie selbst verändert. Das war schon fast Mathematik. Meine Achtung vor Strickdesignern stieg beträchtlich.

Irgendwann hießen die drei Stränge A, B und C. Dann AA, BB und CC.

Zwischendurch wussten weder die Linien noch ich, wer eigentlich über wem lag.

Zum Glück bin ich Buchhalterin.

Es wurde gekreuzt, gerechnet, geribbelt, neu gestrickt und wieder gekreuzt. Ein regelmäßiger Zopf war zu brav. Also bekam der Knoten unterschiedliche Abstände zwischen den Kreuzungen.

Lang. Kurz. Lang. Kurz.

Plötzlich lag er da.

Der Solandra-Knoten.

Ich habe die Probe abgekettet, gewaschen und beschlossen, sie als Lesezeichen in mein Buch zu legen.

Dann begann ich mit dem Tuch. Ich strickte. Ich rechnete. Ich ribbelte (mehrfach). Ich strickte neu.

Ich stellte fest, dass drei Linien, die zu einer Spitze laufen sollen, vielleicht von Anfang an in Richtung dieser Spitze laufen müssen. Eine Erkenntnis, die rückblickend erstaunlich einleuchtend erscheint.

Also noch einmal.

Inzwischen habe ich einen Prototyp. Ich teste sogar, ob ich die drei Linien ganz leicht in Wellen verlaufen lassen kann, ohne auch nur eine einzige der Hebemaschen zu versetzen.

Ich möchte ausdrücklich festhalten:

Irgendwann war klar, wie das endgültige Tuch aussehen sollte.

Lang. Flach. Etwa 1,90 Meter. Symmetrisch. Drei kaum sichtbare Linien bis zur Mitte. Ein keltischer Knoten als Linie über die zweite Hälfte. Und dunkelweinrot.

Ich brauchte nur noch Wolle. Dreihundert Gramm.

Das kann ja nicht so schwer sein.

Ich fand die perfekte Wolle.

Handgefärbte Merinowolle. Ein tiefes Rot, das in dunkle Bordeaux- und beinahe schwarze Töne hineinläuft. Nicht bunt. Nicht knallig. Einfach dieses tiefe, lebendige Rot, bei dem ich sofort wusste:

Das ist Solandra.

Ich sah auf den Preis, auf die Lauflänge und rechnete. Drei Stränge. Perfekt.

Dann las ich:

Nur noch 1 übrig.

Natürlich.

Seitdem suche ich weinrote Wolle.

Vermutlich kennt ihr auch das Gefühl, wenn man genau das gefunden hat, was man gesucht hat und es dann nicht bekommt.

Ich finde keine dreihundert Gramm von genau diesem tiefen, dunklen, lebendigen Weinrot.

Und langsam fühle ich mich wie Julia Roberts in Pretty Woman.

Nur ohne das Kleid. Und ohne Rodeo Drive. Und mit Stricknadeln.

Ich stehe metaphorisch mit meinem Geld in der Hand vor der Wollwelt und möchte sagen:

„Hallo. Ich würde sehr gerne dreihundert Gramm Ihrer Ware erwerben.“

Aber die Wollwelt will mir nichts verkaufen.

Das Faszinierende daran ist:

Ich habe einen Roman geschrieben, ihn selbst formatiert und veröffentlicht.

Ich habe beschlossen, das magische Tuch daraus in die reale Welt zu holen.

Ich habe gelernt, wie man ein Tuch konstruiert.

Ich habe einen eigenen Knoten entwickelt – den es bestimmt schon irgendwo gibt.

Ich habe herausgefunden, wie man drei gestrickte Linien ihre Richtung ändern lässt, ohne die Linien selbst zu versetzen.

Aber dreihundert Gramm dunkelweinrote Wolle? Nicht zu finden.

Offenbar Magie.

Vielleicht passt das sogar.

Schließlich handelt es sich um das Solandra-Tuch.

Aber eines Tages werde ich sie finden.

Drei Stränge.

Handgefärbt, in verschiedenen dunklen Rottönen – mit ein bisschen Braun.

Dann werde ich das echte Tuch stricken, es mir um die Schultern legen und vermutlich leider nicht nach Solandra verschwinden.

Aber träumen ist immer erlaubt. 

 

UPDATE (19.09.2026): da ist sie (und die Farbe auf dem Foto wird dem Original leider nicht im Ansatz gerecht. Sie ist einfach genau so, wie ich sie mir vorgestellt habe!! (Ein bisschen dünner- aber das macht nichts) 





 

Freitag, 31. Juli 2026

Wenn aus einer Geschichte ein Buch wird


Es gibt Augenblicke im Leben, die kann man auch Tage später noch nicht richtig begreifen.

So geht es mir gerade. Im April habe ich diesen Blog begonnen.

Eigentlich wollte ich nur schreiben. 

Über Floki, über kleine und große Alltagsmomente und über Dinge, die das Leben ein bisschen schöner machen.

 Beim Aussuchen von Fotos fand ich auf meinem Handy eine Notiz – diktiert am Neujahrsmorgen 2026 während eines Spaziergangs über die Feenwiese und beinahe vergessen. Sie ließ mich nicht mehr los und wurde der Anfang einer Geschichte.

Und irgendwo zwischen Stricken, Lesen und den Spaziergängen mit Floki spann ich sie weiter.

Zuerst nur für mich.

Doch aus dieser Geschichte wurden viele Seiten. Aus vielen Seiten ein Manuskript.

Und plötzlich war da ein Roman.

Dass daraus nur wenige Monate später tatsächlich ein Buch werden würde, hätte ich selbst nie geglaubt.

Die letzten Wochen waren aufregend: Cover erstellen, endloses Korrekturlesen und dann KDP, Preise, Leseprobe und zum Schluss die Veröffentlichung – und zwischendurch immer wieder dieser Gedanke:

„Das kann doch alles gar nicht wahr sein.“

Und dann war es passiert.

Erst jetzt habe ich mich getraut, meiner Familie, meinen Freunden und Nachbarn davon zu erzählen.

Und es waren nicht die ersten Verkäufe, die mich so berührt haben, sondern die Glückwünsche.

Ich habe schon immer kleine Geschichten geschrieben und von einem eigenen Buch geträumt.

Für mich steckt hinter den letzten Monaten eine ganz besondere Reise. Ich habe viel über das Schreiben gelernt und über das Handwerk dahinter, die Möglichkeiten mit kleinem Budget ein Buch zu gestalten. 

Ihr glaubt nicht, wie viele zähe Minuten vergingen, bis ich endlich den Mut fand, auf „Veröffentlichen“ zu klicken.

Wenn ihr neugierig geworden seid, findet ihr „Jenseits der Feenwiese – Eine Solandra-Geschichte“ jetzt bei Amazon.

Ich wünsche mir von Herzen, dass Mina, Floki und Solandra euch ein paar Stunden schenken, in denen ihr einfach durchatmen, schmunzeln und den Alltag für eine Weile vergessen könnt.

Herzlichst 

Eure Marion 

Sonntag, 31. Mai 2026

Badetag, das ist ein schöner Tag...

 Was singt sie da eigentlich vor sich hin? Das frage ich mich, während ich auf meiner neuen Kühldecke auf der Rücksitzbank döse. Ich liebe Autofahren! Hier im neuen weißen Flitzer bin ich jetzt auch ganz offiziell an Bord: Ein Hundepfoten-Tattoo prangt auf der rechten Seite des Kotflügels. Den Begriff habe ich neulich bei einem ihrer langen Telefonate aufgeschnappt.
Natürlich konnte ich mir „Kotflügel“ sofort merken. Es erinnert mich einfach zu sehr an die grünen Tüten, die Dogmum immer zückt, wenn ich ... na, ihr wisst schon. 💩
Aber zurück zu ihrem Gesang. Was immer sie da trällert – sofern „Singen“ überhaupt der richtige Ausdruck ist –, es klingt irgendwie anders als das, was sonst aus dem Radio kommt. Mich erinnert es eher an das Gejaul des Dobermann-Mädchens von nebenan (übrigens eine ganz Hübsche, aber sooo groß!), wenn sie mal wieder allein zu Hause ist.
Egal! Das Wort „Badetag“ in Verbindung mit Autofahren nach einem anstrengenden Bürotag kann nur eines bedeuten: Wir fahren in den Klosterpark! 🌳💦
Die Hitze draußen ist auf meiner Kühldecke zwar erträglich, aber auf heißem Asphalt in der prallen Sonne die Nachmittagsrunde zu gehen, ist ein absolutes No-Go – sowohl für mich als auch für das andere Ende der Leine.
Im Klosterpark angekommen, spüren wir sofort die angenehm kühle Luft unter den dicken, alten Bäumen. Dogmum murmelt was von alten Eichen, Buchen, Eschen und Kastanien, während ich mich einfach nur über den riesigen Schatten freue.

Sie kennt meinen absoluten Lieblingsplatz und wir steuern direkt auf ihn zu. Na ja, „direkt“ ist eher die grobe Wegbeschreibung, denn ein Cocker Spaniel muss natürlich alle „Randnotizen“ auf dem Weg erst einmal gründlich aufnehmen. Hier ist so viel los, dass ich meine Nase zwischendurch mit einem kräftigen Nieser erst einmal freipusten muss!
Der Moment, in das kühle Nass der Weende zu sinken, ist einfach unbeschreiblich. Dogmum behauptet, man könne die pure Freude in meinem Gesicht sehen. Bin ich wirklich so durchschaubar? 🐾🌊
 
Eine gemütliche Runde vorbei am Wasserfall
 mit unendlicher Schnüffelzeit – hier hat sie es zum Glück nie eilig – 
 und einer Kneipp-Wasser-Tretstrecke für uns beide am hinteren Ende des Parks 
führt uns nach einer Stunde wieder zum Auto.
Eine Stunde Paradies. 
 
Davon kann ich nun den ganzen Nachmittag auf meinem gemütlichen Platz in unserer kühlen Erdgeschosswohnung träumen... 🐕💤


Donnerstag, 28. Mai 2026

Mit der "Kleenen" zu Sascha Grammel


Seit vielen Jahren begeistern mich Sascha Grammel und seine verrückte Puppen-Crew jetzt schon vor dem Fernseher – allen voran natürlich der unvergleichliche „Adler-Fasan“ Frederic Freiherr von Furchensumpf. Fast genau 12 Jahre ist es her, da packte mich das Live-Fieber und ich fuhr nach Bremen. Die Show „Hetz mich nicht“ war großartig. Die Dialoge zwischen dem brillanten Bauchredner und seinen Puppen sind auch live genial. Und es macht ihn unglaublich sympathisch, dass er das Gefühl vermittelt, manchmal selbst vor Lachen nicht weiterzukommen oder seinen Text zu vergessen. Ob das nun zum Programm gehört oder einfach passiert, spielt für mich keine Rolle – es macht die Liveshow nur noch besser.

Ein wunderbares Extra für diesen gelungenen Ausflug gab es damals obendrauf, komplett ungeplant: Direkt am Bahnhof lief mir Sascha Grammel förmlich in die Arme! Ich war viel zu perplex, um nach einem Foto zu fragen. Aber ich konnte ihm noch zurufen, dass ich am Abend in seiner Show sitze. Sein herzliches „Viel Spaß!“ hallte den ganzen Tag nach. Und Gott weiß, den hatte ich!

Als meine beste Freundin – meine „Kleene“ – mich vor Monaten fragte, ob wir zusammen zu Sascha Grammel gehen wollen, gab es für mich kein Zögern. Eigentlich bin ich überhaupt kein Typ für ewige Vorplanung, ich lebe lieber im Moment. Doch bei Sascha weiß man: Wer zu spät kommt, den bestraft das ausverkaufte Haus. Die Karten mussten also früh her.

Gestern war es nun endlich so weit.

Schon beim Schreiben meiner ersten Gedanken merkte ich, wie die Vorfreude von Minute zu Minute stieg. Es ist diese ganz besondere Vorfreude auf ein Stück unbeschwerte Kindheit. Sascha Grammel schafft es einfach, dass man den Alltag komplett vergisst. Seine Shows sind wie eine herzliche Umarmung: ein bisschen absurd, unfassbar liebevoll und so lustig, dass einem die Tränen kommen. Dass ich diesen Moment nicht alleine, sondern gemeinsam mit meiner besten Freundin teilen durfte, machte den Abend schon vorab perfekt. Mit wem könnte man schließlich besser über Frederics freche Sprüche lachen als mit ihr? Die Taschentücher für die Lachtränen waren eingepackt. Frederic, Josie und Professor Hacke: Wir waren bereit für euch!

Und der Abend verging viel zu schnell! Allein die Eröffnung mit dem „Adler-Fasan“ und seinen schottischen Vor- und Nachfahren war den Abend wert. Obwohl ich tatsächlich mehr an den „alten“ Figuren wie Josie und Frederic hänge, fand ich gerade in der heutigen Zeit den Shrimp Lasse Reden und seine Familie bis hin zu Lasse Verschwinden einfach eine sehr gelungene Wortspielerei.

Der krönende Abschluss des rundum gelungenen Programms „Wünsch dir was“, das seinem Namen alle Ehre machte, war dann die Zugabe. Ohne zu spoilern: Ich musste mir nach all den Lachtränen am Ende eine gerührte Träne verdrücken.

Danke, Sascha Grammel, für einen wunderbaren Abend!

 

Montag, 25. Mai 2026

Das Nickemännchen – Mehr als nur ein Spielzeug

Fragt man „Fräulein KI“, was ein Nickemännchen ist, erhält man folgende Antwort: „Ein Nickemännchen (auch Missionsspardose genannt) ist eine mechanische Spendendose, die früher häufig in Kirchen oder bei Weihnachtskrippen aufgestellt wurde.“

Für mich ist ein Nickemännchen aber etwas ganz anderes: Es ist eine der schönsten Erinnerungen aus meiner schon lang zurückliegenden Kindheit.

Mein Vater arbeitete viel, und in seiner Freizeit bewirtschaftete er unseren Garten – wir waren damals das, was man heute „Selbstversorger“ nennt. Doch oft nahm er sich an Sonntagen die Zeit, mit uns Kindern einen Spaziergang zu unternehmen.

Manchmal, wenn wir unterwegs waren, hockte er sich einfach ins hohe Gras. Ich saß dann auf seinem Bein, vergaß die Welt um mich herum und konzentrierte mich ganz auf das, was er tat. Mit seinem Taschenmesser schnitt er einen hohlen Stängel vom Bärenklau ab und erklärte mir dabei die Unterschiede zum deutlich giftigeren Riesenbärenklau. Er kürzte ihn auf Handlänge und setzte etwa zwei Zentimeter unter dem oberen Ende einen ganz feinen Schnitt – gerade so, dass der „Kopf“ einknicken konnte, ohne abzubrechen.

 

Dann pflückte er Butterblumen (den Scharfen Hahnenfuß-der wie ich heute weiß auch giftig ist) mit ihren langen, stabilen Stielen und schob sie vorsichtig durch das hohle Rohr des Bärenklaus. Je nach dessen Dicke nahm er auch zwei oder drei Blumen auf einmal, damit das Köpfchen richtig voll aussah und die Blüten beim Nicken fröhlich durcheinander wippten. Und dann kam der Zauber: Wenn man unten an den Blumenstielen leicht schob, knickte der Stängel an der eingeschnittenen Stelle ein. Es sah aus, als würde das „Pflanzenmännchen“ mir zunicken, und die gelben Blüten wirkten dabei wie Löckchen auf seinem Kopf.

Ich stelle mir gern vor, dass mein Vater dies von seinem Vater gelernt hat. Er erzählte wenig aus seiner Kindheit, aber ich wusste, dass die beiden oft auf dem Pferdefuhrwerk in Wald und Feld unterwegs waren.

Die Lebensdauer eines Nickemännchens war kurz, doch ich hatte meine Freude daran, mit meinen Gefährten durch die Gegend zu ziehen, ihnen Geschichten zu erzählen und sie nicken zu lassen, wann immer ich nach ihrer Zustimmung verlangte.

 

Ich habe heute noch einmal erklärender Weise ein solches Nickemännchen gebaut und dabei sind all die schönen Erinnerungen in mir wach geworden. 

Mit dem Wissen von heute, würde ich aber auf jeden Fall zu Papierstrohhalm und Gänseblümchen oder einem anderen ungiftigen Blümchen greifen um einen unbedenkliche Version für Kinder oder Enkel zu basteln.

 

 

 

Eure Marion 

Letzter Walzer äh Wälzer der Saison

Seht ihr es - das Grün des Sommers ist noch nicht ganz vergangen, auch wenn der Herbst schon auf der Leiter steht! Die Sonne scheint und ein...