Während „Dogmum“ (den Namen "Frauchen" mag sie gar nicht) den Weg zur Arbeit als einen entspannten Morgenspaziergang ansieht, um ihre ersten täglichen 2000 Schritte auf die Uhr zu bekommen, bin ich eigentlich schon im vollen Dienstmodus. Schließlich bin ich nicht nur zum Vergnügen hier – ich bin ein schwer arbeitender Bürohund und mein Arbeitsweg ist eine einzige große Tageszeitung.
Sie schlendert also, wahrscheinlich über Kaffeebohnen oder Excel-Tabellen nachdenkend, den Weg am Bach entlang. Aber ich muss die wirklich wichtigen Dinge klären. Ich scanne die News am Wegrand und scheuche dabei ein Paar Enten auf.
Und ich sage euch: Der Fuchs war wieder da (ziemlich arrogant, wenn ihr mich fragt), ein Hase war in langen Sätzen unterwegs (vermutlich auf der Flucht vor dem Fuchs) und die Rehe heute Nacht schienen beim Trinken unter Zeitdruck gestanden zu haben. (Haben die eigentlich schon Junge? Denn ich muss jetzt an der Leine bleiben.)
Die Hundecommunity war schon zahlreich unterwegs und hat einige Infos da gelassen. Ich setze natürlich sofort ein paar Gegendarstellungen an unseren Lieblingsgrasbüscheln und im Gebüsch ab – Ordnung muss sein.
Besonders anstrengend: Meine Lieblingsnachbarin war vor mir unterwegs. Sie duftet... sagen wir mal, im Moment besonders ablenkend. Aber ich bleibe Profi.
Die Tautropfen auf den Grashalmen erledigen meine Morgenwäsche im Vorbeigehen – das Bad muss bis zur Nachmittagsrunde warten. Dann geht’s ab in den „Job“. Das bedeutet: Im Büro unter dem Schreibtisch so tun, als würde ich wichtige Meetings überwachen, während ich in Wahrheit davon träume, wie ich den nervigen Bello (ich will hier keinen Namen nennen) von nebenan endlich mal zur Rede stelle.
Immer mal wieder bleibe ich stehen, die Nase im Wind, aber eigentlich gehört sie an den Boden, um alles zu erschnüffeln. So verpasse ich beinahe den atemberaubenden Blick auf das Rapsfeld. Das Gelb leuchtet fast schon magisch in der aufgehenden Sonne. Ich glaub ich hab das Gold gefunden! Findet ihr nicht auch?
Nun sind wir gleich da und die Vorfreude steigt auf meine wohl verdienten Schreibtisch-Snacks, nach dem lästigen Pfotenputzen. Man muss sich seine Benefits echt hart erkämpfen. Mein Arbeitsweg ist ein absolutes Highlight, wenn das Wetter so perfekt wie heute ist. Aber es gibt auch die Regentage, Sommerhitze, Herbststürme, oder eingefrorenen Pfoten. Aber das sind eigene Geschichten, die an einem anderen Tag erzählt werden.
Bis dahin – ich muss jetzt zum Meeting (also: Schlafen).
Liebe Grüße
Euer Floki




