Es ist verrückt, aber bei mir läuft irgendwie immer alles anders. Zum Glück war mein Sohn als Zeuge dabei, sonst könnte man mich glatt für eine Märchenerzählerin halten.
Ob wir nun gemeinsam auf vier Pfoten über Stock und Stein wandern, Maschen fallen lassen, Bilder und ihre Geschichten betrachten oder den Zettelkasten durchstöbern. Schau mir beim Schreiben über die Schulter, gönn dir einen Moment, atme durch und fühl dich hier ganz zu Hause. Und wenn meine Worte etwas in dir bewegen, freue ich mich riesig, wenn wir uns in deinen Gedanken dazu begegnen
Hast du auch so eine „Dogmum“, die bei ihrem ersten Hund alles richtig machen möchte? Die es leider ein bisschen verlernt hat – vor lauter Videos über Hundetraining –, einfach mal im Moment zu sein, aus dem Bauch heraus zu entscheiden und das Beste aus dem Tag zu machen? Ich bin zu Beginn der Corona-Zeit bei ihr eingezogen; wenn du wissen willst, was bei uns so los ist, dann lies weiter 👀
und sie nicht verstehen kann, warum ich gerade von diesem Duft nicht genug bekommen kann. Dogmum dachte immer, ich trödle oder sei stur. Jetzt weiß sie: Das ist Hochleistungssport für meine Nase und mein Gehirn! Ein paar Minuten „Spazierenstehen“ machen mich viel müder und zufriedener als drei Kilometer im Stechschritt.3. Spazierensitzen: Einfach mal gemeinsam auf einer Bank im Wald chillen, die Vögel beobachten und die Seele (und die Schlappohren) baumeln lassen. Es darf auch mal ein Leckerli sein.
Guevara ein Ausdruck von Freiheit und Rebellion.
Geduldet von der Regierung – vermutlich, weil er ja neben Fidel Castro einer
der Helden der Revolution in Kuba war –, prangte sein Abbild auf so mancher
Jeansjacke der Jugend unseres „sozialistischen Vaterlandes“.Die Bilder der Sklaven, die unter der glühenden Sonne auf Zuckerrohr- und Tabakfeldern schuften, dann die Revolution und das Leben in Freiheit, bekamen wir in der Schule förmlich mit der Milch in der Frühstückspause einverleibt. Kuba wurde für mich zu einer Vorstellung von Abenteuer, Sonne, Palmen, endlosen Stränden und blauem Meer. Bücher wie „Camilo“ von Ludwig Renn prägten mein Bild von den Bärtigen in der Sierra Maestra. Dem konnten auch die grünen und etwas strohigen Kuba-Orangen, die es im Konsum gab, keinen Abbruch tun.
Kuba war dieses Fernweh-Ziel, das unendlich weit entfernt und unerreichbar schien. Schon damals entstand dieser leise Wunsch: Das will ich irgendwann mal mit eigenen Augen sehen. Es sollten viele Jahre und eine bewegende deutsche Geschichte ins Land gehen bis ich 2016 endlich aufgebrochen bin.
Ich wollte das Kuba meiner Fantasie, und ich habe es erlebt.
Die Koffer waren mit Stricken auf dem Dach festgezurrt, wir saßen zu sechst in diesem unglaublichen Fahrzeug, das man von Bildern kennt, die aber der Wahrheit oft nicht standhalten. Es war keines dieser aufpolierten Protzwagen, die man in Havanna sieht. Ich denke, die Fotos sagen genug... Wir saßen zu zweit vorn auf dem Beifahrersitz, was ein Glück war, denn durch die offenen Fenster schlug der Fahrtwind eher den hinteren Passagieren um die Ohren. Zum Glück (oder Pech) fuhr das Auto relativ langsam. Im Fußraum wurde es mit der Zeit so heiß, dass mir buchstäblich die Füße brannten.
Der Fahrer sprach nur Kubanisch, wir kein Wort. Wir zuckelten etwa drei Stunden dahin, überholten einen Radfahrer und tatsächlich einen Eselkarren voll beladen mit Bananenblättern, der von einem alten Mann mit Strohhut gelenkt wurde. Hinter ihm saß eine Frau und wedelte den beiden mit einem Bananenblatt „kühle“ Luft zu. Ein Bild wie aus meinen alten Kinderbüchern – ein totales Klischee, aber dort immer noch Alltag und unglaublich, wenn man es nicht selbst gesehen hat.
Mitten auf der Autobahn hielt der Fahrer plötzlich an, fuchtelte mit den Armen, holte unsere Koffer vom Dach und sagte etwas, das ich nicht verstand. Dann zeigte er auf sich, sagte: „Havanna“ – und das mehrfach. Ein Ehepaar stieg wieder ein und er fuhr davon. Wir übrigen Fahrgäste standen etwas konfus am Straßenrand, auf der Autobahn mitten im Nirgendwo, und schauten uns ratlos an.
Tatsächlich kam kaum einen Augenblick später ein weiteres Taxi von noch schlimmerem Zustand mit bereits drei Fahrgästen. Es hielt an, schnallte unsere Koffer wieder aufs Dach, ließ uns einsteigen und fuhr weiter.
Dort am Straßenrand, zwischen Staub und gleißender Sonne, verstand ich es endlich: Das Kuba meiner Kindheitsträume gab es so nie – und doch war ich genau am richtigen Ort. Die Freiheit, die „Che“ auf den Jeansjacken versprach, fand ich nicht in politischen Idealen, sondern in der Improvisation und der unglaublichen Herzlichkeit der Menschen, die aus dem Nichts immer noch einen Weg machen.
Als wir schließlich in Varadero einrollten, vorbei an den prächtigen Fassaden und den glänzenden Oldtimern, dachte ich an Camilo und die Bärtigen aus der Sierra Maestra. Kuba ist heute ein Land der Risse – in den Mauern, in der Wirtschaft und in den Biografien. Aber zwischen den Eselkarren auf der Autobahn und der Hoffnung der Menschen in den Casas Particulares fand ich das, was kein Schulbuch vermitteln konnte: Menschen jeden Alters, die sich weigerten, trotz aller Widrigkeiten ihren Stolz und ihr Lächeln zu verlieren.
Es folgten ein paar entspannte Tage an diesem wundervollen Strand, mit manch einer Piña Colada
Am Ende dieser Geschichte angekommen, die beim Schreiben so lebendige Bilder in mir hervorgerufen hat, muss ich mir eingestehen: Während die schönen Erinnerungen in mir sicher verwahrt sind, habe ich in den letzten zehn Jahren kaum verfolgt, was aus der Aufbruchstimmung, vor allem der jungen Menschen, aus 2016 – dem Jahr, in dem die Rolling Stones in Havanna spielten – geworden ist.
Die heutige Realität im Mai 2026 ist ernüchternd. Nachrichten sprechen von einer massiven Treibstoffkrise, diplomatischen Sackgassen und einem Tourismus, der fast zum Erliegen gekommen ist. Die Aufbruchstimmung von 2016 scheint in weite Ferne gerückt.
‚Wie es wohl den Menschen geht, die ich damals so voller Hoffnung und Herzlichkeit kennengelernt habe?‘, denke ich und möchte damit meine Geschichte beenden.
Alles Liebe,
Eure Marion
Während „Dogmum“ (den Namen "Frauchen" mag sie gar nicht) den Weg zur Arbeit als einen entspannten Morgenspaziergang ansieht, um ihre ersten täglichen 2000 Schritte auf die Uhr zu bekommen, bin ich eigentlich schon im vollen Dienstmodus. Schließlich bin ich nicht nur zum Vergnügen hier – ich bin ein schwer arbeitender Bürohund und mein Arbeitsweg ist eine einzige große Tageszeitung.
Sie schlendert also, wahrscheinlich über Kaffeebohnen oder Excel-Tabellen nachdenkend, den Weg am Bach entlang. Aber ich muss die wirklich wichtigen Dinge klären. Ich scanne die News am Wegrand und scheuche dabei ein Paar Enten auf.
Und ich sage euch: Der Fuchs war wieder da (ziemlich arrogant, wenn ihr mich fragt), ein Hase war in langen Sätzen unterwegs (vermutlich auf der Flucht vor dem Fuchs) und die Rehe heute Nacht schienen beim Trinken unter Zeitdruck gestanden zu haben. (Haben die eigentlich schon Junge? Denn ich muss jetzt an der Leine bleiben.)
Die Hundecommunity war schon zahlreich unterwegs und hat einige Infos da gelassen. Ich setze natürlich sofort ein paar Gegendarstellungen an unseren Lieblingsgrasbüscheln und im Gebüsch ab – Ordnung muss sein.
Besonders anstrengend: Meine Lieblingsnachbarin war vor mir unterwegs. Sie duftet... sagen wir mal, im Moment besonders ablenkend. Aber ich bleibe Profi.
Die Tautropfen auf den Grashalmen erledigen meine Morgenwäsche im Vorbeigehen – das Bad muss bis zur Nachmittagsrunde warten. Dann geht’s ab in den „Job“. Das bedeutet: Im Büro unter dem Schreibtisch so tun, als würde ich wichtige Meetings überwachen, während ich in Wahrheit davon träume, wie ich den nervigen Bello (ich will hier keinen Namen nennen) von nebenan endlich mal zur Rede stelle.
Immer mal wieder bleibe ich stehen, die Nase im Wind, aber eigentlich gehört sie an den Boden, um alles zu erschnüffeln. So verpasse ich beinahe den atemberaubenden Blick auf das Rapsfeld. Das Gelb leuchtet fast schon magisch in der aufgehenden Sonne. Ich glaub ich hab das Gold gefunden! Findet ihr nicht auch?
Nun sind wir gleich da und die Vorfreude steigt auf meine wohl verdienten Schreibtisch-Snacks, nach dem lästigen Pfotenputzen. Man muss sich seine Benefits echt hart erkämpfen. Mein Arbeitsweg ist ein absolutes Highlight, wenn das Wetter so perfekt wie heute ist. Aber es gibt auch die Regentage, Sommerhitze, Herbststürme, oder eingefrorenen Pfoten. Aber das sind eigene Geschichten, die an einem anderen Tag erzählt werden.
Bis dahin – ich muss jetzt zum Meeting (also: Schlafen).
Liebe Grüße
Euer Floki
Das Gefühl von Stolz und Glück beim Anblick dieses
selbstgepflückten Tischschmucks ist mir bis heute geblieben. Solche
Erinnerungen kann uns niemand nehmen.Es gibt Augenblicke im Leben, die kann man auch Tage später noch nicht richtig begreifen. So geht es mir gerade. Im April habe ich diesen B...