Ja, tatsächlich. Schon wieder eins. 😏
Man könnte meinen, ich hätte nichts Besseres zu tun.
Dabei ist Schreiben genau das, was ich am liebsten tue, wenn ich eigentlich was anderes tun muss. Meine gemütliche Abendbeschäftigung, mein Hobby und manchmal auch meine kleine Flucht aus einem Alltag, der nicht immer so gemütlich ist, wie ich ihn gern hätte.
Und ehrlich gesagt habe ich es dabei ziemlich gut getroffen.
Ihr ahnt ja gar nicht, wie schön ich es dort habe
Wenn mir danach ist, besuche ich die grüne Hexe Hortensia auf einen Tee in Blütenflecken. Ich schaue in der Kinderkate in Skriptoria vorbei, erkunde Solaria, die Hauptstadt meiner Welt Solandra, oder begleite Mina und Floki ein Stück auf ihren Wegen.
Manchmal möchte ich aber auch überhaupt nichts erkunden.
Dann strecke ich meine müden Beine vor dem knisternden Kaminfeuer im Backsteinhaus in Eichenfelde aus und trinke einen Kaffee mit meiner liebsten Freundin Clara.
Und während draußen die Welt macht, was sie eben so macht, habe ich es dort ausgesprochen gemütlich.
Ich glaube, viele Menschen unterschätzen, wie schön es sein kann, sich beim Schreiben eine Welt zu erschaffen, in die man selbst jederzeit zurückkehren darf.
Nicht, weil dort immer alles perfekt wäre. Das ist es in meinen Geschichten schließlich auch nicht.
Aber ich kenne die Wege. Ich kenne die Menschen. Und ich weiß, wo es guten Tee gibt. 😉
Und dann soll man das alles auch noch vermarkten
Natürlich freue ich mich, wenn jemand meine Bücher kauft. Noch mehr freue ich mich, wenn jemand sie liest und sich dort genauso wohlfühlt wie ich.
Aber rund ums Bücherschreiben gibt es inzwischen eine ganze Menge Dinge, die mit dem eigentlichen Schreiben erstaunlich wenig zu tun haben.
Reichweite. Sichtbarkeit. Follower. Verkaufszahlen. Marketingstrategien.
Man könnte vermutlich den ganzen Tag damit verbringen, anderen Menschen zu erklären, warum sie unbedingt das eigene Buch lesen sollten.
Nur käme ich dann selbst nicht mehr zum Schreiben.
Und irgendwann würde ich vielleicht sogar in Blütenflecken bei Hortensia sitzen und überlegen, wie ich ihre Teestube am besten vermarkten könnte.
Nein, danke. Obwohl, ganz so einfach war das nicht. Eine Zeit lang hatte es mich selbst ziemlich gepackt. Ich habe täglich nach den Verkaufszahlen geschaut und mich geärgert, wenn wieder nichts passiert war. Bis ich irgendwann darüber nachgedacht habe, was ich da eigentlich mache.
Ich möchte doch nicht, dass aus meinen Lieblingsorten Verkaufsflächen werden.
Meine Bücher dürfen gern Leser finden. Sehr gern sogar. Aber die Freude am Schreiben möchte ich dafür nicht eintauschen.
Der Pendobus fährt weiter
Jetzt ist also auch Band 2 fertig: Unter den Dächern von Skriptoria.
Und damit darf diese Geschichte hinaus in die Welt.
Nicht, weil ich Skriptoria leid wäre. Ganz im Gegenteil. Ich habe dort gern meine Zeit verbracht.
Aber irgendwo warten neue Wege, neue Begegnungen und Orte, die ich selbst noch nicht kenne.
Und ich bin neugierig.
Das Schöne am Schreiben ist nämlich, dass ich weiterreisen kann, ohne die Orte hinter mir wirklich verlassen zu müssen.
Wenn ich irgendwann nicht mehr weiß, wohin mein Weg führt, kann ich zurückkehren.
Vielleicht setzt Hortensia gerade Tee auf. Vielleicht wartet Clara schon mit einer Kanne Kaffee am Kamin.
Oder ich steige einfach in den Pendobus.
Dort gibt es gemütliche Sitzplätze, warme Decken und nette Gesellschaft. Floki findet bestimmt irgendwo ein Plätzchen, und während draußen die Landschaft vorbeizieht, kann ich überlegen, wohin es als Nächstes gehen soll.
Ich schicke meine Geschichten hinaus in die Welt, damit ich weiterreisen kann. Und wenn ich den Weg einmal nicht mehr weiß, nehme ich mein rotes Tuch um die Schultern und schon bin ich am Ort meiner Wünsche.
Eigentlich habe ich es ziemlich gut, oder?
Und wenn jemand Lust hat mitzukommen: Im Pendobus ist bestimmt noch ein Platz frei. ❤️🐾
Mari Thale – Mina & Floki auf Weltenwanderung

